Länderinfo: Grunddaten

Das kleine Land Ruanda liegt mit einer Fläche von 26.338 Quadratkilometern (etwa so groß wie Rheinland-Pfalz und das Saarland zusammen) im zentralafrikanischen Hochland knapp südlich des Äquators zwischen dem 1. und dem 3. Grad südlicher Breite und zwischen dem 29. und 31. Grad östlicher Länge, in der Region der „Großen Seen” (Viktoriasee, Tanganyikasee, Kivusee, Eduardsee). Im Nordwesten erreicht das durchweg hügelige Land, („Land der tausend Hügel”- in Wirklichkeit hat es über 7.000 Hügel), eine Höhe von über 4.000 Metern. Dort, im Nationalpark der Virunga-Vulkane, leben die letzten Berggorillas, bei denen auch Dian Fossey gelebt und geforscht hat. Der Kivusee im Westen des Landes bildet die Grenze zur Demokratischen Republik Kongo. Im Südwesten, zwischen Huye und Rusizi befindet sich der Nyungwe-Wald, der letzte Rest tropischen Regenwaldes in Ruanda. An der Grenze zu Tansania im Osten liegt der Akagera-Nationalpark, der mit seinen verschiedenen Vegetationsstufen und Artenvielfalt mittlerweile gut touristisch erschlossen ist. Das Klima in Ruanda ist tropisches Hochlandklima, die Tageshöchsttemperaturen liegen meist unter 30°C, nachts selten unter 15°C. Die große Regenzeit ist von Februar bis Mai, die große Trockenzeit Juni bis Mitte September; die kleine Regenzeit geht von Mitte September bis November und die kleine Trockenzeit Dezember bis Januar.

Es gibt drei Amtssprachen in Ruanda, Kinyarwanda, Französisch und Englisch, jedoch können viele, vor allem ältere Menschen, kein Englisch oder Französisch sprechen. Circa 10,47 Millionen Menschen leben in Ruanda, davon sind circa 53 Prozent Frauen und 46 Prozent Männer, die Bevölkerungsdichte beträgt in einigen Regionen bis zu 1.000 Einwohner pro Quadratkilometer. Kigali mit rund einer Million Einwohner ist die größte Stadt und Hauptstadt der Präsidialrepublik Ruanda; weitere Städte sind Huye, Musanze und Rubavu. Der Anteil der städtischen Bevölkerung liegt bei rund 18 Prozent. Das restliche Land wird in fünf Provinzen mit 32 untergeordneten Distrikten eingeteilt. Diese Distrikte sind wiederum in zahlreiche Sektoren und Zellen untergliedert.

Die Menschen in Ruanda leben überwiegend von Ackerbau und Viehzucht (90 Prozent), wenige sind in der Industrie oder Dienstleistungen tätig. Die Landwirtschaft dient meistens zur Versorgung der eigenen Familie, doch durch die zunehmende Landknappheit und gelegentliche lange Dürrezeiten ist selbst das nicht ausreichend. Wie in den meisten afrikanischen Ländern, sind die Familien äußerst kinderreich, zehn oder mehr Kinder sind keine Seltenheit.

Ruanda gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Wirtschaft ist schwach, es werden kaum Artikel exportiert und nur wenige Devisen kommen ins Land. Die Währung ist der Ruanda-Franc (FRW) -1Euro = 817 FRW (Stand 10/2009).

Die Religion spielt in Ruanda eine wesentliche Rolle, so sind über 80 Prozent der Einwohner Christen (mehrheitlich katholisch), knapp fünf Prozent sind Moslems; die restlichen 15 Prozent bestehen aus kleineren Sekten, Kirchen und Naturreligionen.

Noch heute ist Ruanda gezeichnet vom Bürgerkrieg und dem Genozid im Jahr 1994. Es gibt keine genauen Zahlen, jedoch sind Schätzungen zufolge in den drei Monaten April bis Juni 1994 über 800.000 Menschen umgekommen. Nachdem am 6. April 1994 der damalige Präsident Juvenal Habyarimana mit seiner Maschine beim Landeanflug auf den Flughafen in Kigali abgeschossen wurde, übernahmen Hutu-Milizen („Interahamwe”) die Macht in Ruanda. Sie begannen mit ihren von langer Hand geplanten Massakern an den Tutsi, den ehemaligen „Herrschern”.

Mittels Radiopropaganda wurde dazu aufgerufen, ALLE Tutsi umzubringen (einschließlich der Kinder), Macheten wurden ausgegeben, Menschen in Kirchen und Stadien zusammen getrieben und auf grausame Weise umgebracht. Die seit Ende 1993 in Kigali stationierte UN-Friedensmission musste den Morden tatenlos zusehen, weil sie nicht das Mandat erhielt, in den Genozid einzuschreiten. Erst als im Juli 1994 Paul Kagame (der heute amtierende Präsident) mit der in Uganda formierten RPF (Ruandische Patriotische Front) die Macht im Land an sich nahm, konnten die Massaker gestoppt werden. Jedoch sind bis 1998 in verschiedenen Landesteilen, besonders im Nordwesten in der Grenzregion zur Demokratischen Republik Kongo, immer wieder Menschen umgebracht worden.

Aufgrund der Greueltaten in dieser Zeit wurde eine nationale Trauerwoche für die Opfer des Genozid eingerichtet. Diese findet jedes Jahr vom 1. bis 7. April statt.

Dr.h.c.Paul Kagame (FPR) trat sein Amt am 22.4.2000 an und wurde im August 2003 bei den ersten offiziellen Wahlen nach dem Bürgerkrieg, mit der eindeutigen Mehrheit der Stimmen als rechtmäßiger Präsident und Staatsoberhaupt wiedergewählt. Der Regierungschef ist Bernard Makuza (parteilos), er wurde erneut am 11.10. 2003 ernannt.

Wie jedes Land besitzt auch Ruanda mehrere Parteien die in Regierung und Parlament vertreten sind:

FPR: Front Patriotique Rwandais (38 Abgeordnete)
PDC: Parti Démocratique Centriste (1 Abgeordnete)
PDI : Parti Démocratique Idéal (1 Abgeordnete)
UDPR : Union Démocratique du Peuple Rwandais (1 Abgeordneter)
PSR : Parti Socialiste Rwandais (1 Abgeordneter)

Nur im Parlament vertreten sind:
PSD: Parti Social Démocrate (7 Abgeordnete)
PL: Parti Libéral (4 Abgeordnete)

Das Parlament ist ein Zwei-Kammerparlament bestehend aus

Abgeordnetenhaus (80 Sitze): FPR-Liste (mit PDC, PDI, PSR, UDPR) 40 Sitze; PSD 7 Sitze; PL 4 Sitze; Vertreterinnen der Frauen 24 Sitze; Jugendvertreter 2 Sitze; Behindertenvertreter 1 Sitz.

Senat mit 26 Senatoren: in indirekter und geheimer Wahl gewählt (14), bzw. vom Präsidenten (8) oder vom Forum der politischen Parteien ernannt (4).

Die Parlamentswahlen fanden vom 15. September bis 18.September 2009 statt. Die Legislaturperiode des Abgeordnetenhauses beträgt fünf Jahre, die des Senats acht Jahre.

Das Bruttoinlandprodukt pro Kopf ist 370 USD und somit ergibt sich ungefähr ein Bruttoinlandprodukt für das Land von 3,4 Mrd. USD. (2008)

Weitere Nationalfeiertage sind:

1.Februar: Tag der Nationalhelden
4. Juli: Jour de la Libération – Tag der Einnahme von Kigali 1994
25. September: Tag der Republik
1. Juli: Fête Nationale – Unabhängigkeit 1962

Quelle: Internetseite Auswärtiges Amt, DSW-Datenreport “Weltbevölkerung 2006”, CIA – The World Factbook, US Department os State