Schulpartnerschaften mit Ruanda
Schulpartnerschaften stellen in der seit 1982 bestehenden Partnerschaft zwischen Rheinland- Pfalz und Ruanda einen wichtigen Pfeiler dar. Mittlerweile unterhalten über 200 Schulen aus Rheinland- Pfalz Partnerschaften mit ruandischen Schulen. Mit dem 30-jährigen Jubiläum im Jahr 2012 können einige Schulen mit Stolz auf langjährige Schulpartnerschaften blicken – ein Erfolgsmodell, das Geschichte schreibt!
- 1. Es gibt viele gute Gründe eine Schulpartnerschaft mit Ruanda zu führen
- 2. Wie kann man eine Schulpartnerschaft gründen?
- 3. Schüleraustausch und Fördermöglichkeiten
- 4. Schulen stellen ihre Partnerschaft vor
1. Es gibt viele gute Gründe eine Schulpartnerschaft mit Ruanda zu führen
Partnerschaften mit europäischen beziehungsweise nordamerikanischen Schulen gehören heute in vielen Schulen zum Alltag – eine spannende Herausforderung bietet jedoch gerade die Partnerschaft mit einem afrikanischen Land wie Ruanda.
Direkte Schulpartnerschaft: Die rheinland-pfälzische Schule pflegt eine persönliche Schulpartnerschaft mit einer konkreten ruandischen Schule; d.h. der direkte Kontakt und Austausch kann zwischen den zwei Schulpartnern gepflegt werden. Post kann über das Referat ‘Entwicklungszusammenarbeit mit dem Partnerland Ruanda’ im Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur in Mainz und das Koordinationsbüro Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Ruanda in Kigali verschickt werden. So wird gewährleistet, dass die Briefe ankommen. Der Zugang zu Internet ermöglicht auch immer mehr den direkten Kontakt durch E- Mails, um so die Partnerschaft zu leben. Auch besteht die Möglichkeit des direkten Schüleraustauschs (siehe dazu auch: Schüleraustausch-Fördermöglichkeiten).
Die Schulpartnerschaft lebt durch Aktionen: Um die Partnerschaft lebendig und interessant zu halten, veranstalten viele rheinland-pfälzische Partnerschulen regelmäßige Aktionen, wie Projektwochen, Aktionstage oder Schulfeste. Viele rheinland-pfälzische Schulen rufen mit großem Engagement zu den verschiedensten Spendenaktionen zugunsten ihrer ruandischen Schulpartnerschaft auf – dabei sind der Kreativität und dem Einfallsreichtum keine Grenzen gesetzt. Besonders wichtig ist, dass erwirtschaftete Spendenerträge zu hundert Prozent der ruandischen Partnerschule zugute kommen; d.h. sämtliche Verwaltungskosten werden vom Land Rheinland-Pfalz getragen. Durch diese Solidaritätsarbeit lernen die Schülerinnen und Schüler Verantwortung zu übernehmen und sehen außerdem die Ergebnisse ihrer Arbeit und Bemühungen.
Förderung von globalem und interkulturellem Lernen: Schulpartnerschaften fördern das Verständnis von globalen Zusammenhängen, wecken die Neugier auf bisher Fremdes. Das Thema Ruanda kann in viele Unterrichtsfächer integriert werden. Weltoffenheit und Toleranz werden so gefördert und erlernt. Vorurteile werden abgebaut und ein differenziertes Bild von Afrika vermittelt.
Nachhaltigkeit: Erwirtschaftete Spendengelder der rheinland-pfälzischen Schulpartner kommen ausschließlich der Partnerschule zugute; so kann die Schule hier verfolgen, wie sich über die Zeit der Schulpartnerschaft eine nachhaltige Verbesserung der Unterrichtsbedingungen an der ruandischen Partnerschule entwickelt.
Hilfe zur Selbsthilfe: Projekte werden von der Partnerschule in Ruanda vorgeschlagen und vom Koordinationsbüro in Kigali auf Sinnhaftigkeit und Umsetzbarkeit geprüft, abgewickelt und schließlich abgerechnet. Projekte werden über das Koordinationsbüro nach Rheinland-Pfalz kommuniziert. Der ruandische Schulpartner trägt die Eigenverantwortung, dem rheinland-pfälzischen Schulpartner mitzuteilen, welcher aktuelle Bedarf an der Schule besteht. Die nachhaltige Entwicklung und Verbesserung der örtlichen Schulbedingungen werden vom Koordinationsbüro und dem Referat ‘Entwicklungszusammenarbeit mit dem Partnerland Ruanda’ dokumentiert.
2. Wie kann man eine Schulpartnerschaft gründen?
Eine rheinland-pfälzische Schule interessiert sich für eine Schulpartnerschaft mit Ruanda – welche sind nun die ersten Schritte?
Die Schule wendet sich an das Referat ‘Entwicklungszusammenarbeit mit dem Partnerland Ruanda’ des im Ministeriums des Innern, für Sport und Infrastruktur. Das Ministerium prüft, ob die Stadt oder die Gemeinde, in der sich die Schule befindet, bereits eine Partnerschaft mit einem ruandischen Distrikt hat und ob Interesse einer Schule aus diesem Distrikt an einer Schulpartnerschaft besteht. Ist dies der Fall, so werden die Unterlagen dieser ruandischen Schule an die rheinland-pfälzische Schule weitergeleitet. So können sich die Lehrer und Schüler über die potentielle Partnerschule informieren und sich daraufhin ihrerseits vorstellen. Liegen keine Anfragen aus dem verpartnerten Distrikt vor, so wird das Koordinationsbüro in Kigali recherchieren, ob es in dem Distrikt eine Schule gibt, die Interesse an einer Partnerschaft hat; ansonsten wird eine an einer Schulpartnerschaft interessierte Schule aus einer anderen Region vermittelt.
Die Entwicklung einer Partnerschaft zwischen einer rheinland-pfälzischen und ruandischen Schule wird vom Referat ‘Entwicklungszusammenarbeit mit dem Partnerland Ruanda’ des Ministeriums des Innern, für Sport und Infrastruktur sowie vom Koordinationsbüro Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Ruanda in Kigali begleitet.
3. Schüleraustausch und Fördermöglichkeiten
Der direkte Schüleraustausch zwischen verpartnerten Schulen wird immer attraktiver. Die Erfahrung hat gezeigt: Wissen kann persönliches Begegnen nicht ersetzen! Durch solche persönlichen Begegnungen wächst das Verständnis für die Lebensbedingungen der Menschen in Ruanda. Vor Ort können die Schülerinnen und Schüler ihrer Partnerschule kennenlernen. Mögliche Vorurteile können auf diesem Weg abgebaut und zur Stärkung von Toleranz beitragen.
Welche Fördermöglichkeiten für einen Austausch mit der Partnerschule gibt es?
Das Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur hat ein Begegnungsprogramm ins Leben gerufen, um die Möglichkeit zu bieten, Schüler- /Lehrerreisen aus Ruanda in die rheinland-pfälzische Partnerschule zu fördern. Weiterhin bietet das Ministerium einen Zuschuss für Schülerreisen rheinland-pfälzischer Partnerschulen nach Ruanda mit pauschal 200€/Schüler.
ENSA ist daran interessiert, den Schulaustausch zwischen rheinland-pfälzischen und ruandischen Schulen zu fördern. Antragsberechtigt sind alle weiterführenden Schulen.
Einen Zuschuss aus Landesmitteln kann auch bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) beantragt werden.
